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Informationen zu Reach-Verordnung – bleilegierte Werkstoffe

Informationspflichten für Lieferanten von Erzeugnissen nach Art. 33
der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und
Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) veröffentlicht am 30. Dezember 2006 im Amtsblatt der Europäischen Union 396/1.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir danken Ihnen für Ihre Anfrage zur Einhaltung der Informationspflichten über
besonders besorgniserregende Stoffe („Substances of Very High Concern – SVHC“;
Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe für die Zulassung) in
Erzeugnissen nach Art. 33 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH Verordnung). Die REACH-Verordnung sieht für unser Unternehmen in der Rolle des
„nachgeschalteten Anwenders“ und als „Lieferant eines Erzeugnisses“ die Pflicht zur
Weitergabe von Informationen entlang der Lieferkette vor. Leider herrscht bei vielen
Betroffenen oftmals Unklarheit darüber, was diese Informationspflichten konkret
bedeuten. Oft führt dies dazu, dass sich die Unternehmen entlang der Lieferkette
beispielsweise gegenseitig dazu auffordern, die „REACH-Konformität“ von
Erzeugnissen zu bestätigen. Derartige Erklärungen sind jedoch von der REACH Verordnung nicht vorgesehen. Sie verursachen bei den Unternehmen lediglich
erheblichen Mehraufwand, erzeugen aber weder Rechtssicherheit noch sonstigen
wirklichen Nutzen für die Beteiligten. Daher möchten wir Ihnen gerne mitteilen,
welche Informationen Sie von uns als „Lieferant eines Erzeugnisses“ gemäß den
Vorgaben der REACH-Verordnung erhalten werden.
Informationspflichten gemäß Art. 33 REACH-Verordnung

Sie beziehen von uns die folgenden Erzeugnisse:

Drehteile aus 11SMnPb30

Art. 33 Abs. 1 der REACH-Verordnung verpflichtet den Lieferanten eines Erzeugnisses, das einen die Kriterien des Art. 57 erfüllenden und gemäß Art. 59
Abs. 1 ermittelten Stoff der ECHA-Kandidatenliste in einer Konzentration von mehr
als 0,1 Massenprozent (w/w) enthält, dem Abnehmer des Erzeugnisses die ihm
vorliegenden, für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses ausreichenden
Informationen zur Verfügung zu stellen, aber mindestens den Namen des
betreffenden Stoffes anzugeben.
Natürlich kommen wir dieser Pflicht in entsprechenden Fällen ordnungsgemäß nach,
um unseren Kunden gegenüber den gewohnt sicheren Umgang mit unseren
hochwertigen Erzeugnissen gewährleisten zu können.

In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen mitteilen, dass unsere Drehteile (aus 11SMnPb30) folgenden Stoff der aktuellen Kandidatenliste in Konzentrationen von mehr als 0,1 Massenprozent (w/w) enthalten:

Blei – Pb (CAS-Nummer: 7439-92-1, EG-Nummer: 231-100-4)

Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Lieferanten. Demzufolge gehen wir nach
den uns vorliegenden Informationen davon aus, dass sich neben Blei keine weiteren
SVHC in den Konzentrationsgrenzen einer gesetzlich vorgeschriebenen
Informationspflicht in unseren Erzeugnissen befinden.

Über Änderungen würden wir Sie natürlich den gesetzlichen Vorschriften entsprechend informieren und im Einzelfall geeignete Maßnahmen mit Ihnen abstimmen. Angesichts unseres breiten Spektrums an Erzeugnissen und da auch wir auf die Einhaltung der gesetzlichen Pflichten durch unsere Vorlieferanten angewiesen sind, werden Sie sicherlich verstehen, dass wir darüber hinaus ohne weiteres keine rechtsverbindlichen Erklärungen abgeben können.

Umsetzung von REACH in unserem Unternehmen

Über die Fachgruppe „Umwelt und Arbeitsschutz“ des WSM Wirtschaftsverband
Stahl- und Metallverarbeitung e.V., an der auch wir als Unternehmen des
Fachverbands Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI) e.V. beteiligt sind,
werden wir u.a. regelmäßig über vorgeschlagene Stoffe für die Kandidatenliste,
öffentliche Konsultationsverfahren, Aktualisierungen der Kandidatenliste, sowie über die Relevanz der SVHC informiert. Bereits aus den veröffentlichten
Verwendungsbereichen der SVHC ergibt sich derzeit allerdings, dass – mit
Ausnahme von Blei – diese Stoffe wohl nicht in den gelieferten Erzeugnissen
enthalten sind. Mit dem Vorgehen anhand dieses Schreibens bei der praktischen Umsetzung unserer Informationspflichten nach der REACH-Verordnung folgen wir den gesetzlichen Vorschriften, den Empfehlungen des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung e.V. und unseres Fachverbands Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI) e.V.. Diese Erklärung bezieht sich ausschließlich auf das von uns gelieferte Erzeugnis /auf die von uns gelieferten Erzeugnisse. Veränderungen der Erzeugnisse im Rahmen der Weiterverarbeitung sind dadurch nicht abgedeckt.

Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Ergänzungen / Erläuterungen:

Art. 3 Nr. 3 REACH-Verordnung: Erzeugnis: Gegenstand, der bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhält, die in größerem Maße als die chemische Zusammensetzung seine Funktion bestimmt.

Kandidatenliste und weitere Informationen einsehbar unter:

http://echa.europa.eu/candidate-list-table und http://www.reach-clp-biozidhelpdesk.de/de/REACH/Kandidatenliste/Kandidatenliste.html

http://echa.europa.eu/web/guest/information-on-chemicals/candidate-list-substances-in-articles-table